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Yoga als Anker auf Reisen

Reisen bedeutet, jeden Tag etwas Neues zu erleben. Und genau das heißt oft auch, dass man viele Eindrücke auf einmal verarbeiten muss: Geräusche, Menschen, Gerüche und vieles mehr. Genau hier kommt Überforderung auf. Ein Gefühl, das ich von meiner eigenen Weltreise nur zu gut kenne.

Genau deswegen habe ich mich vor einem Jahr dazu entschieden, während der Reise ein Yoga Teacher Training zu machen. Damals war mir noch nicht bewusst, wie sehr mich das prägen und meine Reisen beeinflussen würde. Denn im Yoga habe ich etwas gefunden, das mich durch die ganze Reise getragen hat: einen Anker.

Yoga war schon in Berlin ein Anker für mich. Doch die wahre Kraft der Praxis habe ich erst unterwegs wirklich entdeckt. Mit Yoga meine ich nicht nur die physische Praxis, also nicht Yoga nur als Bewegung. Sondern das gesamte Konzept von Yoga.

Yoga bedeutet Union. Die Verbindung von Körper, Geist und Seele. Und auf Reisen habe ich erst verstanden, was diese Union wirklich bedeutet.

Denn genau das gerät unterwegs so leicht aus dem Gleichgewicht. Wir überlasten unseren Körper. Wir sind ständig äußeren Reizen ausgesetzt. Und wir tun nicht selten Dinge, die unserer Seele eigentlich gar nicht guttun.

Als ich begann, morgens meine Matte auszurollen, ging es nicht nur darum, meinen Körper zu bewegen. Es ging darum, in Stille zu sitzen, meine Atmung zu beobachten und meine Gedanken ruhiger werden zu lassen.

Vor allem aber auch präsent zu sein. Nicht daran zu denken, ob ich schon die Unterkunft für morgen gebucht habe. Nicht an den Typen zu denken, der mir gestern drei Euro zu viel aus der Tasche gezogen hat. Sondern den Moment genau so anzunehmen, wie er gerade ist.

Yoga hat mich gelehrt, präsenter zu sein und die Dinge so zu erleben, wie sie sind. Echt. Ungefiltert. Wunderschön. Und es hat mir gezeigt, wie ich auch in schwierigen Situationen ruhig bleibe und immer wieder zu mir zurückkomme. Nicht selten sind genau dann meine Tränen gekommen, wenn ich auf meiner Yogamatte saß und endlich Stille in mir einkehren durfte.

Denn sobald ich meine Yogamatte betrete, wird die Welt leise.Für einen Moment gibt es nichts außer mich selbst. Und dieser selbst gestaltete Rückzugsort ist es, den ich auf jeder Reise brauche.

Die Verbindung von Yoga und Reisen ist seitdem für mich magisch. Sie hilft mir, zu verstehen, was gerade in mir arbeitet. Sie zeigt mir, wie die Reise auf mich wirkt. Und sie zeigt mir, wenn ich aus der Balance geraten bin – und gibt mir zeitgleich alle Tools, um mich zurück zu mir zu bringen.

Das sind nur ein paar Gründe, warum ich heute nie wieder ohne Yogamatte reise. Und warum Yoga aus meinem Alltag nicht mehr wegzudenken ist.

Ein netter Nebeneffekt ist übrigens auch, dass es Yogastudios auf der ganzen Welt gibt und man nicht selten tolle Menschen darüber kennenlernt.

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Autorin
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Lena Goller

Lena ist Autorin, Reisebegleiterin sowie Begründerin von UNPACKED. Sie schreibt über Reisen als inneren Prozess, über Übergänge, Identität und die Frage, wie wir leben wollen. Ihre Texte verbinden persönliche Erfahrungen aus der ganzen Welt mit ihrer beruflichen Erfahrung im Tourismus. Sie sind persönlich, reflektiert und ehrlich.
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